Künstlerische Freiheit

Ich möchte mal ein kurze Frage in die Runde werfen: Warum muss man sich bei Texten eigentlich an Grammatik, Ausdruck und Orthographie halten? Warum wird die eigene künstlerische Freiheit durch starre Regeln eingeschränkt?

Leute, die ein Bild malen, eine Statue behauen oder ein Lied komponieren setzt man doch auch keine Regeln vor. Und was es da mitunter zu sehen gibt entbietet mitunter jeglichen Kunstverständnisses (ich war mal im “Museum of Modern Art” in Paris): ein Bild, dass komplett blau ist, gesammelter Müll hübsch zusammen gelegt, Riesenameisen (???) oder Volksmusik (!!!).

Nur der Autor, Schriftsteller oder Journalist muss sich an diese Duden-Diktatur halten. Ich wette, dass das eine riesige Verschwörung von irgendwelchen altklugen Germanisten ist (netter Gruß an Sahara, was bin ich froh, dass ich Urlaub habe), um das Volk dumm zu halten und intelligente Leute wie mich klein zu halten.

Aber ich mich erehben und werde jegelichen Zwangg bekämpfe.

Kamf dehn Duuden! Kamf dehn Gärmanissten! Viva Revoulution!

Anmerkung: Dieser Text sollte eine satirische Anlehnung an die Internet-Gemeinschaft sein, die trotz jeglicher Ermahnung nach wie vor falsch schreiben und es nicht lernen. Leute, wenn ihr wollt, dass man euch ernst nehmt, so versucht euch doch wenigstens die Grundzüge der Grammatik, Orthographie und des Ausdrucks anzueignen. Es gibt dazu auch wunderbare Bücher oder auch Videokurse, die euch dabei helfen können. Ihr müsst nicht perfekt sein – ich bin es beileibe auch nicht – aber ihr solltet doch wenigsten so schreiben können, dass man euch versteht. Und wenn dabei sogar der eine oder andere ästhetische Text rauskommt (ja, es gibt ästhetische Text!) dann um so besser.

Wörter: Ja…ein paar werden das schon sein…

PS: Ich danke Christoph Tiemann für die Inspiration mit seiner Satire-Reihe: “Ist es Kunst oder kann das wech?”

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2 Responses to Künstlerische Freiheit

  1. Dallman Ross says:

    Hallo, Herr Goldman,

    ich kann fließend Deutsch, aber meine Muttersprache ist Englisch, und um diesen Kommentar zu beschleunigen, werde ich den Rest auf Englisch schreiben. Sie können mir entweder/oder antworten, wenn Sie antworten wollen.

    Preface: I started to write the below after reading your first paragraphs. Later I went back (suspecting you were “trolling,” as we say on the Internet) and found that, sure enough, you were. Good, you got (erwischt) me. But let me continue, since, like you, I made the effort to write about it.

    What you can (better: “should”) do when you are communicating with others depends a great deal on your goals. Communication is not a conversation with yourself alone: there are two nodes, the speaker and the listener.

    We can analogize to dancing, or to sex. You can dance by yourself and it can be artistic. But if you want a partner to follow along (and there is leading and following with body contact), then you need to abide by some ground rules. With sex, you can enjoy self-gratification in any style you might wish. But if there is a partner (or partners!) involved, you have at least some responsibility for ensuring the act is pleasing to all.

    To do otherwise is hardly more than raw egotism. It reminds me a bit of the anti-authoritarian pedagogical or child-rearing movement of Germany from one or two generations ago. (I live in Germany and have been here fifteen years. Look me up on, e.g., http://www.dastelefonbuch.de if you’d like.)

    Think of grammar as an agreement to use preset, known rules so as to avoid unnecessary confusion or irritation. You are being kind to your interlocutor (Gesprächspartner) thereby. It’s like knowing that everybody you meet on the road in other cars will drive on the right and will use his turn signal. You can drive without doing so (using the turn signal, anyway), but it turns you into an asshole. (The turn-signal thing is one of the aspects of driving in Germany I most appreciate vis-à-vis the States.)

    A final point: if you are going to break rules, the best way to do so is first to demonstrate that you know them. I learned that in the 8th grade from a wonderful basketball coach. The lesson has stuck with me my life long. Hot-shot pupils wanted to shoot the way they knew how. They were good, too! The coach — his name was Desmond Leonard — upbraided them (wies zurecht), saying they would have to learn the orthodox way first. Only then, if they could demonstrate that they could still shoot better their way, would he let them have free rein (freien Lauf lassen).

    This translates in the instant case to: if you want me to listen to what you have to say, you first have to demonstrate that you are deserving of my attention and effort. Show me that you have some mastery over the discipline of mind, that you have learned something of the rigor of rational thought. Your writing, if meant to persuade me, must at first make some kind of favorable impression on me.

    Writing is not identical to speaking! The former is a learned act. The latter is a birthright that comes with the human genome. They have many overlapping similarities, but their respective beauty lies in their differences.

    Well, I’ll stop now. I could write a couple more pages on this, though. Indeed, I have in the past! One of the things I do is to teach English grammar, by the way.

    P.S. I was going to ask you about the single “n” at the end of your apparently German name, but I’ve meanwhile skimmed your entry introducing yourself. You’ll notice that I, too, have only one “n” at the tail of what, in my case, is my first name.

    Regards,
    Dallman Ross

  2. Verdammt schreibe ich jetzt englisch um anzugeben und nehme damit bewusst in Kauf, dass ein paar meiner Leser aktiv ausgeschlossen werden oder schreibe ich deutsch, um mir später anhören zu müssen, dass ich kein englisch kann? Für beides habe ich ehrlich keine Lust. Belassen wir es bei deutsch, damit ich ein wenig schneller schreiben kann.

    1. Könnten wir evtl. beim “du” bleiben. Ich mag das “sie” nicht so und ist auch einer der vielen Gründe, warum andere Sprachen (z.B. Englisch ;)) der deutschen Sprache überlegen ist.

    2. Zum PS: Dir ist evtl. nicht aufgefallen, dass “Peter Goldman” nur ein Pseudonym ist, ein englisches Pseudonym, dass ich so aus einem Computerspiel übernommen habe, weil mir der Name so gut gefallen hat. Mein richtiger Name ist Christian Beuster und der ist wohl ziemlich deutsch. Aber das steht auch im Impressum.

    3. Deine Anmerkungen waren genau das, worauf ich hinaus wollte. Natürlich bedarf die Sprache einen gewissen Konsens, um von allen verstanden zu werden. Genau das will ich ja sagen. Es tut mir Leid, wenn das in meinem Eifer nicht ganz klar geworden ist. Was mich hauptsächlich immer ankotzt sind diese Signaturen in Foren: “Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!” So, als wären Rechtschreibfehler ein Witz. Ich persönlich verfluche mich jedes Mal, wenn ich einen Fehler bei meinen Texten entdecke. Deswegen stimme ich dir voll und ganz zu.

    4. Des Weiteren danke ich dir für den Hinweis, dass in meiner Kommentar-Funktion ein Schreibfehler ist. Den ich natürlich sofort beheben werde.

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