Pixity – Die Stadt der Unsichtbaren von Dieter Paul Rudolph

Ich mache so etwas ja nicht oft. Nein, nicht Bücher lesen. Das mache ich häufig genug, wobei das seit dem ich aktiv im Netz bin, das doch ein wenig nachgelassen hat. Ich rede von Rezensionsexemplare von Büchern anzufordern und entsprechend eine Rezession darüber zu schreiben. Aber ich wollte das auch mal ausprobieren, also habe ich mich bei “Blog dein Buch” angemeldet und mir ein Buch zuschicken lassen.

Klappentext

“Auf der Suche nach dem Mörder eines Geschäftspartners gerät der Programmierer Nils Bentner tief in eine von ihm selbst geschaffene Welt. Was für ein Ort! Pixity ist eine virtuelle Stadt aus animierten Figuren und Sprechblasen, ein multimedialer Chat für Jugendliche, der das Unmögliche möglich macht. Aus Männern werden Mädchen, aus einer Person zwei oder aus zwei Personen eine. Eine Stadt aus Lügen und ohne Gesichter, ein pädagogisches Idyll über einer Kloake aus Pädophilie und obskurem Sex.
Je deutlicher sich aber die Gesichter aus dem virtuellen Nichts schälen, desto diffuser werden sie in Wirklichkeit. Noch bevor Bentner zwischen Tätern und Opfern, Rächern und Gerächten unterscheiden kann, steht er selbst in der Schusslinie eines plötzlich sehr realen Krieges.”

Autor

“Dieter Paul Rudolph, 1955 in Blieskastel/Saar geboren, arbeitet als Literaturwissenschaftler und Multimedia-Entwickler, Kritiker, Herausgeber und Autor. Sein erster Kriminalroman “Menschenfreunde” erschien 2008 im Shayol – Verlag. Er ist Herausgeber der zehnbändigen Reihe “Criminalbibliothek 1850 – 1933,” Mitherausgeber der “Krimijahrbücher” und als “dpr” fleißiger Blogger im Internet (www.hinternet.de/weblog).”

Inhalt

Wie man dem Klappentext schon entnehmen kann, geht es um den genialen Programmierer Nils Bentner. Er gründete zusammen mit vier anderen enthusiastischen und idealistischen die Firma PixBiz, die sich um die Umsetzung von Pixity kümmern sollte. Pixity ist eine Art MMO für Schüler, in der sie zusammen lernen sollen, umso bessere Noten für die Schule zu bekommen. Das war zumindest die Idee. Sehr schnell veränderten sich die Interessen der anderen Beteiligten und aus Pixity wurde eine Gelddruckmaschine. Dem verantwortlichen Grafiker wurde die ganze bald zu bunt, ließ sich auszahlen und verschwand aus dem Team.  Man stellte weitere Programmierer ein und der eigentliche Programmierer, der “Gott” der Stadt und Welt, Bentner wurde zum Wächter degradiert, der Fakes, z.B. notgeile Pädophile aus dem Spiel rausschmeißen soll. So lebte er ein paar Jahre vor sich hin, wurde von seiner Frau verlassen und war selbst drauf und dran auszusteigen, als plötzlich einer der Geschäftspartner nicht zur Arbeit kommt und schließlich mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden wurde. Bentner fängt an den Tod seines Geschäftspartners zu hinterfragen und ermittelt auf eigene Faust, sowohl im echten Leben, als auch in Pixity. In der ein Mädchen mit “goldenen Blut” auftauchte und so gar nicht zu den anderen Kindern passt. Er verliert sich fast in der virtuellen Welt und bekommt einen Spiegel vorgesetzt, was er denn eigentlich mit der Stadt erschaffen hat.

Stil

Erzählt wird die ganze Sache aus Sicht von Bentner. Dabei tritt er nicht als Erzähler auf, sondern eher als Person über deren Schulter man schaut.

Immer wieder wechseln sich das geschehen um Bentner mit dem Geschehen in der Stadt ab. Man liest Chatauszüge, mit der typischen Netzsprache, verbunden mit kindlicher Artikulation und Umgehungen des Wortfilters.

Dabei macht die Schreibweise vom Anfang bis zum Ende eine Wandlung durch. Am Anfang noch relativ klar und deutlich wird die Art zu schreiben immer verworrener und schwieriger zu verstehen. Es ist so, als hätte der Autor am Ende vergessen, dass es noch ein paar mehr Satzzeichen gibt, als das Komma.

Meinung

Selten schaffte es ein Buch mich so sehr zu fesseln, wie dieses. Man will regelrecht wissen, wie es weitergeht und legt bevor man das nicht weiß das Buch aus der Hand.

Erschreckend an der ganzen Geschichte ist, dass sie so unglaublich real ist. Nichts von dem ist so unwahrscheinlich und lässt uns hinterfragen, ob wir unsere Kinder wirklich ohne irgendwelche Anleitungen auf diese virtuelle Welten loslassen wollen. Man erkennt, wie bei so vielen Dingen, dass auch hier die Medienkompetenz das wichtigste überhaupt ist.

Die Charaktere sind nicht wirklich ausgearbeitet. Das müssen sie aber auch nicht sein. Man weiß, wer welche Rolle spielt und was er so macht. Nils z.B. der gescheiterte, idealistische Programmierer. Money-Quote: “…wahrscheinlich fickt der auch in C++ oder Java oder Flash.” Man versteht sie und fühlt stellenweise mit, ist aber froh, dass man sie nicht kennt.

Fazit

Alles in allen ist das ein Buch, welches ich jedem empfehlen kann zu lesen. Vor allem, wenn man sich selber mit MMOs und Sozialen Netzwerke und deren Wirkung auf Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene beschäftigt. Spannend bis zur letzten Seite.

Zusammenfassung

Name: Pixity – Stadt der Unsichtbaren

Autor: Dieter Paul Rudolph

Verlag: Conte Verlag

Preis: 13,90 €

Wo zu bekommen: Direkt auf der Verlagswebseite

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