Der Spiegel im Bad (0)–Prolog

In den letzten Augenblicken seines Seins erkannte er, dass er mit dem Leben gescheitert war.

Er fragte sich, wie er sich jemals vormachen konnte, dass ein Mensch, eine Kreatur, ein Monster, wie er, es überhaupt möglich sein sollte, ein einigermaßen gutes und glückliches Leben zu führen.

Jetzt fiel das Kartenhaus seiner Lügen vom Windhauch der Wahrheit zusammen. Das ganze Betrügen, die ganze Schauspielerei, seine Fassade würde jetzt bekannt werden. Nach und nach. Und er konnte nichts dagegen tun, außer es geschehen zu lassen.

Natürlich konnte er abhauen, verschwinden, ein neues Leben woanders anfangen. Doch er spürte, dass es besser ist der Welt einen Gefallen zu tun und sich aus diesen Server für immer auszuloggen und seinen Account zu löschen. Vielleicht würde er ja am Spawnpoint des Lebens wiederkommen und mit einer besseren Story und vor allem Steuerung gesegnet sein.

Er kletterte über den Balkon und beim Fallen lachte er, ob seiner Nerdigkeit.

This entry was posted in Der Spiegel im Bad. Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>