Der Spiegel im Bad (1)

Ein Stöhnen kam von ihren Lippen, während Frank ihre Muschi vögelte. Er hatte keinen Spaß. Er strengte sich auch nicht sonderlich an. Er fickte sie so mechanisch, als würde er eine Schubkarre vor und zurück schieben. Frank kannte sie nicht. Ihr Name war auch nicht sonderlich wichtig. Sie war nur eine billige Schlampe, die zur rechten Zeit am rechten Ort war, um seine ureigenen Triebe zu befriedigen. Sie war eigentlich nur ein besserer Handersatz.

Nachdem er seinen Samen in das Kondom spritzte und sie ebenfalls fertig war, forderte er sie zum gehen auf. “Verschwinde! Ich kenne deinen Namen nicht. Mir ist dein Name scheißegal und ich werde dich nicht anrufen.”, sagte er trocken, “Ich gehe jetzt auf den Balkon und rauche eine. Bis dahin will ich, dass du angezogen und weg bist, sonst schmeiße ich dich so wie du bist raus.” Sie nickte müde und machte sich daran sich anzuziehen.

Erster Fehler: Nimm sie nie mit zu dir nach Hause. Dann wissen sie wo du wohnst und gehen dir danach auf die Eier.

Er machte die Balkontür auf und ging raus. Mit einer angezündeten Zigarette im Mund lehnte er sich über die Brüstung und schaute nach unten. Er blies den Rauch in die Dunkelheit.

Jetzt und hier. Sofort. Es ist kein weiter Weg. Du musst nur über die Absperrung klettern und wenn du unten ankommst, bist du tot. Ein kurzer und schneller Tod. Das hast du nicht verdient und das weißt du. Du sollst noch leiden. Jeden Tag. Jede gottverdammte Minute.

Frank zog an seiner Zigarette, seufzte und schaute in die Nacht, auf die Stadt, zu den Lichtern. Es hatte etwas tröstendes diese kleinen Sterne der Stadt zu sehen. Rein statistisch – und mit Zahlen und Statistik kannte er sich als Programmierer, zumindest Student, aus – musste es noch Hundert andere geben, die so drauf waren wie er. Er war wenigstens nicht allein. Wieder zog er an der Zigarette. Er fragte sich, wie viele von den anderen Hundert jetzt wohl Sex haben, auf der Suche nach einem “Opfer” waren oder bereits wie er fertig waren und über ihren Tod nachdachten.

Ein letztes Mal zog er an der Zigarette und warf den noch glühenden Stummel über die Brüstung. Er schaute ihr hinterher. Wie das Feuer seiner Seele erlosch sie nach kurzer Zeit. Er ging wieder rein.

Die Schlampe war weg, so, wie von ihm gewünscht. Er lächelte spöttisch, als er einen Zettel mit ihrer Telefonnummer auf dem Nachttisch sah. Er nahm den Zettel und warf ihn in den Müll. Er wollte sie nicht wieder sehen. Sie nicht mehr hören. Er wollte gar nichts mehr von ihr wissen. Er wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden.

Der schwerste Gang stand Frank noch bevor. Er musste ins Bad. Nicht nur, dass er ganz dringend pissen musste, er wollte auch duschen, damit dieser Sex-Geruch endlich verschwand.

Nach etwas Überwindung ging er schließlich ins Bad, öffnete die Duschabtrennung und stieg unter die Dusche. Als das heiße Wasser über seine dunkelbraunen Haare lief, dachte er über sein Leben nach. Das Leben, dass ihm so übel mitgespielt hat. Das Leben, dass ihn mal am Arsch lecken kann.

Geboren um allein zu sein.

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