Am Dienstag war ich auf einer Veranstaltung, zu der mich mein Vorstandskollege eingeladen hatte. In dieser sollte es darum gehen, seine eigenen Text vorzulesen. Da ich ja immer bereit bin, mich der Öffentlichkeit zu stellen, dachte ich mir: “Da kannst du mitmachen und dein berühmtestes Werk vorstellen und vorlesen.” Dass der Ausdruck “berühmtestes Werk” bei einem unbekannten Schriftsteller nicht viel bedeutet, dürfte jeden wohl klar sein.
Ich nahm mir also an dem Tag frei (eigentlich hätte ich ja an einer Energiediskussion der Friedrich-Erbert-Stiftng teilnehmen sollen). Zur moralischen Unterstützung brachte ich mir die Korrektur-Fee mit.
Es sollte anders kommen…
Das Wetter spielte nicht mit und die Aktion, die eigentlich im “Grünen Hörsaal” geplant war, wurde im dortigen Studentenclub, das Unikum, verlegt. Der Ansturm drinnen war so überwältigend, dass sich mein Vorstandskollege (Micha), den ich ab sofort hasse, dachte, wir könnten doch ein improvisierten Text schreiben (mit vorgegebenen Satzanfängen). Nach einiger Skepsis und dem ersten Vorlesen, fand ich die Idee gar nicht so schlecht und hoffe, dass der Micha so etwas öfters macht.
Aber hier nun meine Werke (die vorgegebenen Sätze oder Satzanfänge sind dick geschrieben, alle grammatikalischen Fehler habe ich beibehalten):
1. Geschichte
Die Möwe des Sommers hatte sich schon lange gefragt, warum sie eigentlich die Möwe des Sommers war. So weit sie wusste gab es das ganze Jahr über, gab es Möwen. Aber warum Möwe des Sommers? Wahrscheinlich lag es daran, dass irgendein betrunkener Forscher festgelegt hatte, dass es eine Möwe des Sommers geben sollte.
Sie dachte weiter nach.
Ihre blanken Brüste bebten vor Wollust, als sie an ihren Partner dachte. Sie freute sich auf viele Stunden voller partnerschaftlicher Zuwendung, aber sie kam immer noch nicht darüber hinweg, dass sie die Möwe des Sommers sei.
Der Förster beurteilte die Baumblüten nach, als die Möwe ganz in Gedanken in den Baum krachte.
“Das Blut spritzt an die Wand, verdammt noch mal!”, dachte der Förster, als er sah, was mit der Möwe passierte.
“Wer soll denn den ganzen Mist wegmachen?”, schrie er vor sich hin.
Aber er musste es machen. Und so lange noch Wein da war, konnte es nur besser werden.
2. Geschichte und ein paar Wein später (natürlich ohne mich)
Der Ball rollte über den Platz, als ein kleines Kind kam und nach diesen einen Ball griff. Der Ball mit dem das Kind so viele Stunden Spaß hatte. Dieser Ball war ihm besonders lieb.
Das abgerissene Taschentuch lag in der Ecke, welche das Kind vorher benutzt hatte. Ja, “welche”. Das Kind konnte mit ordentlicher Grammatik noch nicht so viel anfangen.
Die Revolution war nicht mehr weit, Eine Grammatik, eine neue Grammatik einzuführen.
Die Bergwelt stand Kopf, als sie von der Idee hörten eine neue Grammatik einzuführen.
“Mahlzeit!”, sagte das Kind, “Mahlzeit wird ab sofort ohne “h” geschrieben.
3. Geschichte und einigen Flaschen später
“Yippie ei jeah, Schweinebacke!”, schrie Horst, als er aus der Dusche kam. Er schrie immer “Yippie ei jeah, Schweinebacke!”, wenn er aus der Dusche kam. Er wusste, er hatte etwas vollbracht.
Er stopfte sich die Taschen voll mit Nichts, denn er kam ja gerade aus der Dusche und hatte ja nichts an. Warum er gerade das Bedürfnis hatte sich die Taschen vollzustopfen, wusste er allerdings nicht. Es waren wieder solche Anwandlungen, wie das Schreien.
Ein Flugzeug donnerte vorbei und störte ihn beim Nachdenken, darüber, was er für Anwandlungen hatte. “Egal.”, dachte sich Horst, “Die Butter gehört nach oben. Ich zieh mich an.” Er zog sich an. Erst die Boxershorts. Dann sein Hemd. Danach seine Hose.
Lichter flammten auf. Natürlich flammten sie auf, denn er hatte auf den Lichtschalter gedrückt, aus Prinzip und weil er nichts sah.
Nazi-Zombies kamen zur Tür herein. “Gott es lief ein Scheiß im Fernsehn.”, dachte er sich, zog sich wieder aus und ging wieder unter die Dusche.
Übrigens hat die Korrektur-Fee eine wunderschöne und vor allem sinnige Geschichte geschrieben, die ich leider nicht mehr habe, sonst würde ich sie veröffentlichen.
Update vom 19.05.2011:
Die Korrektur-Fee hat jetzt ihre Geschichte auch nachgereicht. Wehe es sagt einer, dass sie nicht witzig ist, dann kriegt er es mit dem KV-Erfurt zu tun!
“Yippieehayay, Schweinebacke!” dachte Bruce Willis, als er den neuesten “Stirb langsam”-Film (Teil 23) drehte – “ich bin doch echt zu alt für den Scheiß!” Sollen die doch Miley Cyrus nehmen! Er stopfte sich die Taschen voll mit Donuts und Zuckerwürfeln, die er für die Drehpausen brauchte, um überhaupt noch wach zu bleiben, voll. “Das junge Gör mit ihren 70 Jahren spricht wenigstens die Jugend an.”
Ein Flugzeug donnerte in die Kulissen und er machte sich fast in die Hosen vor Angst! “Nein, ich mach das nicht mehr mit! Ich geh in Rente!!!” Er stiefelte zum Regisseur und sagte: “Die Butter gehört nach oben!” Der zog fragend die Augenbrauen hoch und erwiderte gelassen: “Hä?” – “Ich kündige! Nehmt wen anders, ich zieh an die Riviera!”
Lichter flammten auf und er wurde geblendet. Er schreckte in seinem Bett hoch und dachte: 2050 ist ein Scheißjahr, um ein Comeback zu starten! “Die Zukunft ist scheiße!” Nazi-Zombies kamen zur Tür hereinund wollten ihn zum Mars auf den offiziellen Filmstar-Friedhof zu bringen, er resignierte und dachte: Ich hätte nach “Stirb langsam – Jetzt erst recht” aufhören sollen.


